Wer zum ersten Mal einen Ardbeg verkostet, erwartet vor allem eines: Torfrauch. Und tatsächlich zählt Ardbeg zu den rauchigsten Whiskys Schottlands. Umso überraschender ist es, dass viele Genießer in unserem Ardbeg 2009 gleichzeitig Noten von Zitronenzeste, Aprikose oder weißem Pfirsich entdecken.
Wie passt das zusammen? Ein Teil der Antwort steckt in einem technischen Detail der Destillation: dem sogenannten Purifier. Dieses Bauteil sitzt am Lyne Arm der Spirit Stills von Ardbeg und erzeugt während der zweiten Destillation zusätzlichen Rückfluss. Er wirkt dabei wie ein selektiver Filter: Schwerere, öligere Bestandteile kondensieren früher, laufen zurück in die Brennblase und werden erneut destilliert. Leichtere, flüchtigere Aromastoffe hingegen gelangen bevorzugt ins fertige Destillat.
Besonders profitieren davon die sogenannten Ester – natürliche Aromaverbindungen, die an Zitrusfrüchte, grüne Äpfel oder tropische Früchte erinnern. Sie entstehen vor allem durch die Hefe während der Gärung. Bei einer über 15 Jahre langen Reifung unseres Ardbeg 2009 tragen jedoch auch Reifungsreaktionen im Fass – darunter Veresterung, Oxidation und Holzextraktion – wesentlich zur Entwicklung fruchtiger Noten bei. Der Torfrauch bleibt dabei erhalten, wirkt aber heller und präziser als bei vielen anderen stark getorften Whiskys.
Genau diese Spannung macht Ardbeg so unverwechselbar: intensive Rauchigkeit auf der einen Seite, überraschende Frische und Fruchtigkeit auf der anderen. Wer bei unserem Ardbeg 2009 diese feine Fruchtigkeit entdeckt, erlebt Destillationswissenschaft und Reifungschemie im Glas.

